16.10.2018 Die Virtualisierung des Holzbaus
Der Erste Landesbeamte des Landkreises Schwäbisch Hall Michael Knaus begrüßt die rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum bereits siebten Holzbautag.
Mit dem Regionalen Holzbautag liefert die Initiative „Holzkompetenz hoch drei“, zu der sich die Landkreise Heidenheim, Ostalb und Schwäbisch Hall sowie die Wirtschaftsförderung Ostwürttemberg WiRO zusammengeschlossen haben, Ideen und Informationen rund um den Holzbau. Die Veranstaltungsreihe ging nun in ihre siebte Runde.

Rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer lockte der Regionale Holzbautag, zu dem „Holzkompetenz hoch drei“ sowie deren Partner Holzbau Baden-Württemberg, proHolz BW und Architektenkammer Baden-Württemberg eingeladen hatten, nach Oberrot. Insgesamt hätten es sogar noch mehr sein können, denn es gab weit über 100 Interessierte, die aus Kapazitätsgründen jedoch nicht alle ins dortige Rathaus passten.

Der Holzbautag startete mit einer Betriebsbesichtigung der, zur österreichischen binderholz Gruppe gehörenden, Klenk Holz GmbH. Mit 560 Mitarbeitern und einer Produktionsfläche von 47 Hektar leistet Oberrot, einer von drei Standorten in Deutschland und Sitz der Hauptverwaltung, einen jährlichen Einschnitt von über 800.000 Festmetern Nadelholz, die zu einem breiten Spektrum an Fertigwaren verarbeitet werden. Dazu gehören unter anderem auch ca. 700 Produkte, die in allen gängigen Baumärkten in Deutschland und darüber hinaus vertrieben werden.

Zu den danach folgenden Vorträgen, die unter dem Motto „Digitale Planungsprozesse – BIM im Holzbau“ – „BIM“ bezeichnet das sogenannte Building Information Modeling (deutsch: Bauwerksdatenmodellierung) – standen, begrüßten Michael Knaus, Erster Landesbeamter des Landkreises Schwäbisch Hall als diesjähriger Sprecher der Projektpartner, sowie Bürgermeister Daniel Bullinger. Beide wiesen auf die traditionell enge Verbundenheit der Raumschaft mit dem Rohstoff Holz hin und unterstrichen die Bedeutung des Holzbautags als wichtiges Instrument der regionalen Zusammenarbeit.

Dass BIM in aller Munde ist, zeigte aus planerischer Sicht Sebastian Hauck von der Hauck Planen und Bauen GmbH in Neckarbischofsheim. „Erst simulieren, dann bauen!“ lautet sein Credo und meint damit, dass Gebäude heute wie eine Maschine geplant werden. BIM bedeute die Visualisierung des Bauwesens mit dem Ziel, dort Fehlerquoten zu minimieren, Wiederholeffekte zu nutzen und Prozesse effizienter zu gestalten.

Aus Sicht eines produzierenden Dienstleisters für Zimmereibetriebe beleuchtete David Ackermann von der Hammer Holzbautechnik GmbH in Fichtenberg das Thema. Er skizzierte den Umgang mit dreidimensionalen IFC-Daten, wobei „IFC“ einen offenen Standard im Bauwesen für BIM bezeichnet, und wies auf den Vorteil hin, wenn alle diese Planungsdaten in einem einzigen Modell gesammelt und visualisiert werden.

Eberhard Beck von Wabe-Plan Architektur in Stuttgart zeigte das Zusammenspiel bei BIM zwischen Architekt, TGA-Planer, Tragwerksplaner und Generalübernehmer auf. Er setzt seit vielen Jahren Projekte konsequent mit BIM um und konnte deshalb gut über dessen Chancen, aber auch Risiken, zu denen der nicht immer reibungslose Datenaustausch zwischen den verschiedenen digitalen Formaten gehört, berichten.

Den Abschluss machte Joachim Faass, Regionalvertreter Baden-Württemberg der binderholz Gruppe, der die Vielseitigkeit von Brettsperrholz und die dadurch erweiterten Möglichkeiten im Holzbau unterstrich. Viele bereits umgesetzte Projekte wie auch beispielsweise die Tatsache, dass Google seine Firmenzentrale in London in Holz bauen werde, spreche dafür, dass Holz ein High-Tech-Produkt ist, das gerade auch in Kombination mit anderen Baustoffen ein enormes Potenzial aufweist.